Arta

… auf Mallorca

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Bevölkerung

Die Gemeinde Artà hatte am 1. Januar 2014 eine Einwohnerzahl von 7382 gemeldeten Bewohnern auf einer Fläche von 139,63 km². Dies entspricht 53 Einwohnern pro km². Im Jahr 2006 betrug der Ausländeranteil der Gemeinde 13,2 % (890), der Anteil deutscher Einwohner 3,9 % (262). Noch 1991 gab es in der Gemeinde 136 Analphabeten. 1292 Einwohner hatten keine Schulbildung, 1675 Grundschulabschluss, 1210 Mittlere Reife. Amtssprachen sind Katalanisch und Spanisch (Kastilisch). Der auf der Insel gesprochene katalanische Dialekt wird Mallorquí genannt.

Nachbargemeinden

Im Osten und Südosten grenzen die Gemeinden Capdepera und Son Servera an das Gemeindegebiet von Artà. Beide gehörten bis ins 19. Jahrhundert mit zum Bezirk Artà auf der deshalb auch noch so bezeichneten Halbinsel von Artà. Aus diesem Grunde liegen die Höhlen von Artà (Coves d’Artà) an der Ostküste Mallorcas heute im Gemeindegebiet von Capdepera.

Südwestlich angrenzende Gemeinden sind Sant Llorenç des Cardassar und Petra. Der Torrent de na Borges bildet die Westgrenze Artàs zum Ortsteil Son Serra de Marina der Gemeinde Santa Margalida.

Zur Gemeinde Artà gehören folgende Orte und Siedlungen:

  • Artà (5803 / 6406 Einwohner)
  • Colònia de Sant Pere (483 / 483 Einwohner)
  • Urbanització Betlem (51 / 51 Einwohner)
  • Urbanització Montferrutx (114 / 114 Einwohner)
  • Urbanització Sant Pere (34 / 34 Einwohner)
  • Urbanització s’Estanyol (25 / 25 Einwohner)

Die Einwohnerzahlen in Klammern stammen vom 1. Januar 2008. Die erste Zahl gibt dabei die Einwohner der geschlossenen Ortschaften an, die zweite Zahl die Einwohner der Orte einschließlich der hinzu zu rechnenden „verstreut“ lebenden Bevölkerung außerhalb der eigentlichen Siedlungen. (Quelle: INE)

Klima

In Artà werden das ganze Jahr über Niederschläge registriert. Der trockenste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 8,8 l/m². Im Oktober verzeichnet man die höchste Niederschlagsmenge mit durchschnittlich 101,3 l/m². 1945 wurde der höchste Wert mit 224,3 l/m² gemessen.

Geschichte

Artà wurde erstmals im Jahre 1232 unter dem Namen Yartân im Llibre de repartiment de mallorca (Jaume I) erwähnt. Später gab es auch die Schreibweise Jartan oder Jertan. Die Herkunft des Namens wird von „Gertan“ abgeleitet, dem arabischen Wort für Garten.

Diese außergewöhnliche Landschaft war seit der Besiedlung Mallorcas bewohnt. Davon zeugen die archäologischen Funde dieser Gemeinde: der Dolmen von S’Aigua Dolça aus der Zeit von 1750 bis 1650 v. Chr. und die talaiotischen Siedlungen Ses Païsses und Sa Canova aus der Zeit von 1300 bis 100 v. Chr. Die Münzen, Siegel und Gefäße der Talaiot-Kultur können im Regionalmuseum von Artà am Plaça d’Espanya besichtigt werden.

Aus römischer oder vorislamischer Zeit ist über das Gebiet von Artà kaum etwas bekannt. Man nimmt jedoch an, dass die alte Festung auf dem Stadthügel ihre Ursprünge vor der islamisch-arabischen Besitzergreifung der Insel hat. In der arabischen Epoche vom 10. bis zum 13. Jahrhundert und auch noch während der ersten Zeit der katalanischen Herrschaft war die Festung unter dem Namen Almudaina bekannt, was soviel wie „Burg“ oder „Festung“ bedeutet.

Heute umschließt die ein Meter dicke ehemalige Festungsmauer mit ihren neun Türmen, einschließlich des Hauptturmes Sant Miquel, die Wallfahrtskirche des Santuari de Sant Salvador mit dessen Nebengebäuden. Sie beherbergt eine aus mehrfarbigem Holz geschnitzte romanische Statue der Jungfrau Maria, die laut Überlieferung von Prämonstratenser-Chorherren bei der Eroberung Mallorcas durch Jaume I. auf die Insel gebracht wurde.

Eine 180 Stufen zählende Kalvarientreppe verbindet die am Fuße des Stadthügels gelegene Pfarrkirche (Esglèsia Parroquial) Transfiguració del Senyor mit der ab 1832 erbauten barocken Kirche Sant Salvador auf dem 182 Meter hohen sogenannten Kalvarienberg oder Puig de Sant Salvador. Die ab 1573 in spätgotischem Stil errichtete Kirche La Transfiguració ersetzte die auf dem Gelände einer Moschee im Jahre 1248 geweihte alte Gemeindekirche.

Während der arabischen oder maurischen Epoche war die Halbinsel Yartan einer von dreizehn Distrikten Mallorcas. Nach der katalanischen Eroberung der Insel entstand die heutige Stadt Artà ab dem 13. Jahrhundert nach Ankunft der Prämonstratenser, die das Priorat von Santa Maria del Bellpuig gründeten. Der Landsitz Bellpuig liegt drei Kilometer südwestlich Artàs. Von dort wurde das heutige Stadtgebiet, die Höfe von Almudaina, parzelliert und neu besiedelt. Noch im 15. Jahrhundert wurde die Stadt Almudaina genannt, während sich der Name Artà auf den gesamten Bezirk bezog.

Vom 16. zum 18. Jahrhundert stieg die Bevölkerungszahl der Stadt stark an und neben der Landwirtschaft entwickelte sich eine Textilindustrie. Einen Rückschlag brachte der Ausbruch einer Beulenpestepidemie im Jahre 1820, an der 1200 Menschen starben. Im 19. Jahrhundert wurden dann die Gemeinden Capdepera und Son Servera vom Bezirk Artà abgetrennt. Der größte Teil des Territoriums von Artà war zu dieser Zeit in den Händen von Großgrundbesitzern. Unter den Kleinbauernfamilien entwickelte sich als unverzichtbares Zubrot das Handwerk des Korbflechtens aus Palmenblättern.

Im Jahre 1880 wurden an der Bucht von Alcúdia die Flächen der Devesa de Ferrutx parzelliert und der Küstenort Colònia de Sant Pere als landwirtschaftliche Kolonie gegründet. Der heute ruhige Touristenort hat nach der Stadt Artà die zweithöchste Einwohnerzahl des Gemeindegebietes.

Die wenigen Orte der Gemeinde Artà wurden im 20. Jahrhundert straßenmäßig gut erschlossen, auch im Hinblick auf den sich entwickelnden Tourismus als in der Gegenwart wichtigstem Wirtschaftszweig der Insel. Trotzdem sind immer noch weite Gemeindeteile aufgrund der spärlichen Besiedlung nahezu unberührt, was auch zur Ausweisung des Naturschutzgebietes Parc natural de la península de Llevant im Norden Artàs führte. In dem Naturpark, nahe der Straße zur Ermita de Betlem, stehen die Gebäudereste eines Arbeitslagers aus der Zeit des Franquismus, das Campament dels Soldats. Die 1921 eingeweihte Eisenbahnlinie von Palma über Manacor und Son Servera nach Artà verkehrt heute nicht mehr. Eine Wiederinbetriebnahme ab Manacor war geplant. Die Bauarbeiten wurden von der Eisenbahngesellschaft FSM 2010 begonnen und im August 2011 aus Geldmangel wieder eingestellt. Trasse, Bahnhof und eine Instandsetzungshalle nahe Artà sind seither Bauruinen.

Bevölkerungsentwicklung

(Quelle: INE)

1842 1877 1887 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1981 1991 2001 2011
4001 5123 5837 5816 5769 6040 5841 6117 5511 5410 5462 5630 5716 6176 7553

(Quelle: Wikipedia)